Katholisches Bildungswerk Stuttgart

"Das Leben ist etwas Herrliches und Großes..."

Die Tagebuchaufzeichnungen von Etty Hillesum

K-18-1-1416

FR 16.03.18, 18:30 – 20:30 Uhr

Cornelia Rommé, Dipl.-Theologin, Palliativfachkraft, Trauerbegleiterin

Haus der Katholischen Kirche

8,00 €

Amsterdam im März 1941. Eine junge Frau beginnt, die ersten Seiten ihres Tagebuchs zu beschreiben. Es ist das Tagebuch der Jüdin Etty Hillesum. Ein Bericht des Roten Kreuzes meldet ihren Tod am 30. November 1943 in Auschwitz.

Die Beziehung zu ihrem Psychotherapeuten und späteren Geliebten Julius Spier dominiert zunächst ihre Aufzeichnungen. Er ist es auch, der sie auffordert, ihre Gefühle und Gedanken aufzuschreiben, um Ordnung in ihr inneres Chaos zu bringen. Die Ereignisse der Besatzungszeit werden in Ettys Tagebuch immer wieder erwähnt, sie stehen aber keineswegs im Mittelpunkt. Die Texte, die sie schreibt, reflektieren ihr Verhältnis zu Gott und den Menschen. Die Tagebücher sind Dokumente ihrer Liebe zu den Menschen und zu Gott.

Dass ihre Aufzeichnungen erhalten geblieben sind, hat Etty Hillesum selbst noch initiiert. Vor ihrer Deportation übergab sie das Tagebuch ihrer Freundin Maria mit dem Auftrag, es dem ihr bekannten Schriftsteller Klaas Smelik zu überreichen. Es vergingen 40 Jahre, bis dessen Sohn einen Verleger fand, der es schließlich 1981 veröffentlichte, weil er erkannte, dass diese Aufzeichnungen Außergewöhnliches offenbaren.

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