Katholisches Bildungswerk Stuttgart

Russland verstehen im Spiegel Leo Tolstois

Philosophie am Freitag

K-18-1-2111C

FR 22.06.18, 09:30 Uhr –
FR 13.07.18, 13:00 Uhr

Fr 22.06. | 06.07. | 13.07.18, jeweils 09:30 – 13:00 Uhr

Thomas Gutknecht, Dipl. Theologe, Philosophischer Praktiker

Haus der Katholischen Kirche

69,00 € je Trilogie / Semesterkarte (alle vier Trilogien) 200,00 €

“Es wird nie wieder einen so großen Dichter geben”, klagte Boris Pasternak am Sterbebett von Leo Tolstoi. Der russische Schriftsteller, Philosoph und Moralist hinterließ Meisterwerke wie “Anna Karenina” und “Krieg und Frieden”, aber auch unzählige Schriften und Tagebücher, Dokumente der Verehrung für das Leben der Bauern, einer Kritik der herrschenden Verhältnisse in Kirche und Staat. Tolstoi, selbst ein exzentrischer Mensch, war wie kaum ein zweiter in der Lage, die “russische Seele” darzustellen. Dem russischen Volk wird gern eine Neigung zur Schwermut attestiert. Ein Strom der Leiden fließt durch seine ganze Geschichte – Mongolensturm, Tatarenjoch, Iwan der Schreckliche, Petersburger Blutsonntag sind wenige Stichworte. Und die Russen haben das Dulden im Verlauf ihrer Geschichte vielfach kultiviert. Auch Tolstois radikale Forderung, sich dem Bösen nicht mit Gewalt zu widersetzen, mag hierin gründen.

Die Schicksalsergebenheit wird oft genug mit dem Opferwillen verknüpft. Für viele Westler übt die rätselhafte Melancholie der Russen eine starke Faszination aus. Rainer Maria Rilke zeigte sich von der Leidensfähigkeit der “slawischen Seele” so beeindruckt, dass er aus Bewunderung für das russische Wesen zeitweilig sogar russische Tracht trug. Zumindest bei Tolstoi (oder Dostojewski oder in der Musik Tschaikowskis) kann man diesem Russischen noch heute begegnen. Hilft die Kunst, hilft Tolstois Werk, die angedeutete Mentalität und so auch Russland etwas besser zu verstehen?

Information und Anmeldung:
Logos-Institut Thomas Gutknecht Fichtenweg 8, 72805 Lichtenstein, 0 71 22/4 84 oder 01 71/8 51 77 28 gutknecht@praxis-logos.de

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